Wer mit Jugendlichen arbeitet, muss Jugendliche mögen. Das tönt banal, ist es aber nicht. Viele Heime wollen Jugendliche insgeheim disziplinieren oder korrigieren. Aber wenn wir Jugendliche erziehen wollen, mĂŒssen wir sie zuerst einmal ertragen, mit ihrem ganzen Fehlverhalten. Das ist nicht einfach und nur möglich, wenn wir sie wirklich mögen.

 

Ebenso wichtig ist die "solidarische Distanz" (Pantucek): Wir nehmen grundsĂ€tzlich Partei fĂŒr den Jugendlichen und haben Interesse an seiner Welt, gleichzeitig mĂŒssen wir Distanz einhalten, zu seinem Schutz und Nutzen und als Bedingung fĂŒr gelingende UnterstĂŒtzung. In einer Krisenintervention kommt noch etwas Weiteres dazu: Kennen wir die Lebensgeschichten der Jugendlichen, so mĂŒssen wir beeindruckt sein von der Tatsache, dass sie unter solchen UmstĂ€nden ĂŒberhaupt ĂŒberlebt haben. Bewundern wir ihren Überlebenswillen, dann haben wir auch den nötigen Respekt vor ihnen.