Pädagogik ist nicht Korrektur des Fehlverhaltens, sondern zuerst einmal Miterleben des Fehlverhaltens - ohne dass der Jugendliche Angst haben muss vor Ablehnung oder Strafen. Ja sagen zu immer wiederkehrendem Fehlverhalten zeigt: der Erwachsene hat Vertrauen, dass der Jugendliche sich langfristig, trotz momentan schwierigem Verhalten, seinen Möglichkeiten entsprechend gut entwickelt. Das schafft Selbstvertrauen und Selbstachtung auf Seite des Jugendlichen.

 

Das ist zentral: Erziehung ist nicht Kontrolle, und umgekehrt. Erziehung heisst ermöglichen, dass vieles nicht unter Kontrolle ist. Jugendliche dürfen ruhig merken, wie schwierig ihr Verhalten für Erwachsene sein kann. Genau dann nehmen sie uns auch ernst - und nicht, wenn wir sie dauernd unsere Macht spüren lassen.