Heime sind konfrontiert mit der gesellschaftlichen Erwartung, Disziplinierungsorte zu sein. Deshalb setzen sich viele Heime selbst unter Druck - alles muss immer bis ins Detail geregelt sein, die Arbeit, die Freizeit, der Alltag. Manche Heime erwarten von den Jugendlichen Dinge, die "normale" Jugendliche in durchschnittlichen Familien nie und nimmer akzeptieren w├╝rden: die Pantoffeln m├╝ssen sauber nebeneinanderstehen, das Bett muss schon vor der Schule gemacht sein, man muss immer sch├Ân "bitte" sagen usw.

 

Heime d├╝rfen nicht nur Disziplinierungsanstalten sein. Als P├Ądagogen m├╝ssen wir den Mut haben, dieselbe Erfahrung wie die Eltern zu machen: ├ťberforderung und Ohnmacht zu ertragen und die daraus entstehenden Konfrontationen zu f├╝hren.